Holyrood Gardens I Ein Spaziergang durch Schottlands königlichen Hinterhof
Unmittelbar hinter den imposanten Mauern des Holyroodhouse-Palasts erstrecken sich die Holyrood Gardens vor der schroffen Silhouette des Arthur’s Seat. Sorgfältig gepflegte Rasenflächen, blühende Beete und ruhige Kieswege mildern die dramatische Vulkanlandschaft und schaffen einen königlichen Garten, der sich im Herzen von Edinburgh auf wundersame Weise sowohl stattlich als auch herrlich ungezähmt anfühlt.
Was macht die Holyrood Gardens so besonders?
Königliche Landschaften vor dem Hintergrund vulkanischer Klippen: Die Holyrood Gardens verbinden elegante Schlossanlagen mit der schroffen Kulisse des Arthur’s Seat und bilden so eine der eindrucksvollsten historischen Landschaften Edinburghs.
Eine lebendige Zeitleiste der königlichen Geschichte: Von mittelalterlichen Jagdgründen bis hin zu viktorianischen Neugestaltungen spiegeln die Holyrood Gardens auf stille Weise Jahrhunderte des Wandels in königlichem Geschmack, Traditionen und politischer Geschichte wider.
Historische Gärten mit überraschenden Geschichten: Auf diesem Gelände fanden einst Bogenschießen, Falkenjagd, Tennismatches und Zirkusvorstellungen mit exotischen Tieren statt; zudem bot es Tausenden von Menschen, die vor der Schuldhaft flohen, Zuflucht.
Ein überraschend ruhiger Ort: Obwohl die Holyrood Gardens direkt neben Edinburghs belebtestem Touristenviertel liegen, wirken sie oft ruhig, weitläufig und spürbar ruhiger als die nahegelegene Royal Mile.
Saisonale Bepflanzung das ganze Jahr über: Frühlingszwiebeln, blühende Wiesen, Herbstlaub und festliche Gestaltungen sorgen dafür, dass die Holyrood Gardens zu jeder Jahreszeit einen ganz eigenen Charme entfalten.
Verbindungen zur botanischen Geschichte Schottlands: Diese Gärten trugen zur Entstehung des ersten Heilkräutergartens Schottlands bei und führten schließlich zur Gründung des weltberühmten Royal Botanic Garden in Edinburgh.
Die Entwicklung der Holyrood Gardens im Laufe der Jahrhunderte
Mittelalterliche königliche Gärten
Die ersten Holyrood Gardens wurden von den Mönchen der Holyrood Abbey gepflegt und dienten als Schauplatz für Turniere, zur Jagd, zur Falknerei, zum Bogenschießen sowie zur königlichen Erholung. Während der Regierungszeit von Maria Stuart, Königin von Schottland, umfasste das Gelände umzäunte Gärten, einen Privatgarten, Tennisplätze, Bowlingbahnen sowie Bereiche für die Jagd auf aus Frankreich eingeführte Wildschweine.
Schottlands erster Heilkräutergarten
Im Jahr 1670 wurde von Sir Robert Sibbald und Dr. Andrew Balfour innerhalb der Holyrood Gardens ein kleiner Heilkräutergarten angelegt, um medizinische Botanik zu lehren. Der Garten entwickelte sich später zum Vorläufer des Royal Botanic Garden Edinburgh, wobei der Gärtner James Sutherland dessen erster Regius Keeper wurde.
Ein Zufluchtsort für Schuldner
Ab dem 16. Jahrhundert bot die Abtei Holyrood Menschen, die ihre Schulden nicht zurückzahlen konnten, Zuflucht und Schutz. Als „Abbey Lairds“ bekannt, lebten Tausende innerhalb der Grenzen rund um die Holyrood Gardens, darunter auch Adlige, die vor der Inhaftierung durch Gläubiger in anderen Teilen Schottlands geflohen waren.
Die Umgestaltung der Außenanlagen im viktorianischen Stil
Als Königin Victoria und Prinz Albert im Palast residierten, wurden die Gärten umfassend umgestaltet. Neue Zufahrten, neue Bepflanzungsflächen und angelegte Rasenflächen verwandelten die vernachlässigte Umgebung in eine eher formelle königliche Anlage, die für zeremonielle Anlässe genutzt wurde.
Die modernen Gärten von heute
Im Rahmen einer umfassenden Restaurierung, die 2020 abgeschlossen wurde, wurden neue öffentliche Bereiche geschaffen, die verschiedene Phasen der 900-jährigen Geschichte des Palastes widerspiegeln. Heute umfassen die Holyrood Gardens einen nachgebildeten Heilkräutergarten, eine blühende Wiese, pädagogische Pflanzbeete sowie Gewächshäuser, die das ganze Jahr über Blumen für königliche Anlässe liefern.
Wichtige Infos zu Ihrem Besuch
Die Öffnungszeiten der Holyrood Gardens richten sich in der Regel nach denen des Palace of Holyroodhouse.
Öffnungszeiten im Sommer: Vom 1. April bis zum 31. Oktober sind die Holyrood-Gärten täglich von 9:30 bis 18:00 Uhr für Besucher geöffnet; der letzte Einlass ist um 16:30 Uhr.
Öffnungszeiten im Winter: Vom 1. November bis zum 31. März sind die Gärten täglich von 9:30 bis 16:30 Uhr geöffnet; letzter Einlass ist jeweils um 15:15 Uhr.
Wöchentliche Öffnungszeiten: Vom 21. Mai bis zum 14. September 2026 ist der Schlosskomplex täglich geöffnet. In den verbleibenden Monaten sind dienstags und mittwochs in der Regel ausschließlich für Führungen reserviert.
Geplante Schließungstermine: Der Holyroodhouse-Palast und das gesamte Palastgelände bleiben vom 12. bis 20. Mai 2026 sowie vom 26. Juni bis 3. Juli 2026 geschlossen; am 8. und 10. Juni 2026 ist eine vorzeitige Schließung vorgesehen.
Frühling für blühende Pracht: Der Frühling verwandelt die Holyrood Gardens: Nach den kälteren Wintermonaten in Edinburgh erblühen auf dem Palastgelände Zwiebelblumen, frisches Grün und leuchtende Farben.
Frühe Morgenstunden für ruhige Spaziergänge: Morgens herrscht in den Gärten meist eine ruhigere Atmosphäre, insbesondere bevor die größeren Palastbesichtigungsgruppen beginnen, sich durch den Palastkomplex und die umliegenden Anlagen zu bewegen.
Der Sommer lädt zu ausgiebigen Erkundungen ein: Dank der langen Tageslichtstunden eignet sich der Sommer ideal, um einen Besuch der Holyrood Gardens mit Spaziergängen durch den nahegelegenen Holyrood Park und entlang der historischen Royal Mile in Edinburgh zu verbinden.
Der Herbst mit seinen dramatischen Landschaften: Der Herbst schafft besonders schöne Kontraste zwischen goldenem Laub, dem Mauerwerk der Paläste und den rauen Landschaften rund um Arthur’s Seat und den Holyrood Park.
Barrierefreie Hauptwege: Die meisten Hauptwege durch die Holyrood Gardens sind rollstuhlgerecht, allerdings können bestimmte Schotterwege und historische Steinabschnitte etwas uneben sein.
Rastplätze in den Gärten: Bänke, die entlang ruhigerer Wege und in begrünten Ecken aufgestellt sind, bieten bequeme Plätze für eine Pause, während Sie das weitläufige Schlossgelände erkunden.
Barrierefreie Besuchereinrichtungen: Barrierefreie Toiletten und Besuchereinrichtungen stehen im gesamten Komplex des Palace of Holyroodhouse in der Nähe der Haupteingänge zur Verfügung.
Barrierefreier Zugang von den Palastbereichen aus: Die Holyrood Gardens sind nahtlos in den Besichtigungsrundgang durch den Palast eingebunden, sodass sich die Erkundung im Freien bequem mit den Führungen durch den Palast und den Ausstellungen verbinden lässt.
Tipps für Besucher zur Erkundung der Holyrood Gardens
Beginnen Sie zunächst im Freien: Spazieren Sie durch die Gärten, bevor Sie die Innenräume des Palastes betreten, da sich die Größe des Palastes und seine beeindruckende Umgebung im Freien besser erkennen lassen.
Blicken Sie hinter die Fassade: Nehmen Sie sich etwas mehr Zeit für die Bereiche rund um die Wiese und den Heilkräutergarten, wo ruhigere Ecken vielschichtigere Geschichten offenbaren als die Hauptfassade des Schlosses.
Pause zwischen den Blickwinkeln: Das wechselnde Licht und die schnell vorbeiziehenden Wolken verleihen den Holyrood Gardens immer wieder ein neues Flair, sodass sich kurze Pausen für Fotos und Ausblicke überraschend lohnen.
Lesen Sie die Pflanzenetiketten: Viele Pflanzen im Heilkräutergarten stehen in direktem Zusammenhang mit den frühen medizinischen Traditionen Schottlands, der botanischen Lehre und jahrhundertealten Heilpraktiken.
In Verbindung mit dem Holyrood Park: Verbinden Sie den Besuch der Gärten mit einem kurzen Spaziergang durch den Holyrood Park, um den Palast und die umliegende königliche Landschaft aus der Vogelperspektive zu betrachten.
Wählen Sie ruhigere Wege: Die älteren, mit Steinen gepflasterten Wege wirken in den ruhigeren Stunden oft weitaus stimmungsvoller als die belebteren Rasenflächen rund um den Haupteingang des Palastes.
Häufig gestellte Fragen zu den Holyrood Gardens
Ja, der Eintritt in die Holyrood Gardens ist in der Regel im Preis der Eintrittskarten für den Palace of Holyroodhouse inbegriffen.
Die meisten Besucher verbringen etwa 45 Minuten mit der Erkundung der Gärten, während Fotografen und Geschichtsinteressierte oft deutlich länger bleiben.
Die Zugangsbedingungen können gelegentlich variieren, doch in der Regel werden die Gärten im Rahmen eines Besuchs des gesamten Schlosses besichtigt.
Ja, das Fotografieren für den privaten Gebrauch ist in den meisten Außenbereichen der Gärten grundsätzlich gestattet.
Der Heilkräutergarten bildet die im 17. Jahrhundert angelegten Heilpflanzenbeete nach, die später als Vorbild für den Royal Botanic Garden in Edinburgh dienten.
Ja, historische Aufzeichnungen erwähnen königliche Menagerien, in denen Tiere wie Löwen, Tiger und Bären auf dem weitläufigen Palastgelände gehalten wurden.
Die Abtei von Holyrood gewährte in der Vergangenheit Menschen, die ihre Schulden nicht zurückzahlen konnten, rechtlichen Schutz durch Asyl und bot ihnen vorübergehend Zuflucht innerhalb der Abteigrenzen.
Die meisten Hauptwege sind gut begehbar, auch wenn sich einige historische Schotter- und Steinbeläge in älteren Abschnitten etwas uneben anfühlen können.
Der Frühling und der Herbst bieten in der Regel die eindrucksvollsten Farben der Jahreszeiten, insbesondere entlang der Blumenrabatten, auf den Wiesenflächen und in den umliegenden Parklandschaften.